Suchtprävention

Michael Volz
Beratungslehrer für Suchtprävention

Der prinzipielle Ansatz

Im Unterschied zu der traditionellen Suchtprävention steht nicht mehr der inhaltlicheAspekt der Drogenkunde im Mittelpunkt der suchtpräventiven Arbeit, sondern die Vermittlung der Zusammenhänge zwischen „Sucht und Leben“. Diese breit gefächerte Themenfeld enthält wichtige inhaltliche Schwerpunkte, die von Belang sind für die pädagogische und präventive Arbeit mit Schülern. Sie spiegeln sich wider in der Struktur der Projektwoche zum gleichen Thema, in der Konzeption der zur Verfügung stehenden Unterrichtsmaterialien und in der Beratung von Schülern und Lehrern.

Präventive Arbeitsfelder an der Schule

Versorgung von Lehrern und Schülern mit Materialien und Informationen

Zum Zweck des unterrichtlichen Einsatzes werden den Kollegen aktuelle und zeitgemäße Unterrichtsmaterialien und Unterrichtsreihen zum Thema „Sucht“ ausgehändigt. Schüler bekommen auf Anfrage entsprechende Informationen. Dabei zeigt sich oft, dass deren Interesse einseitig auf Drogenarten und -wirkungen ausgerichtet ist. Dem ist angemessen zu begegnen. Darüber hinaus sollen Fortbildungen für das gesamte Lehrerkollegium in größeren Zeitabständen erfolgen.

Beratung von Lehrern und Schülern

Klärende Beratungsgespräche über gefährdete Schüler erfolgen meistens mit den Klassenlehrern. Sie dienen der näheren Erfassung desProblems, dem Ausmaß der Gefährdung und den angemessenen Schritten zur Lösung. Der Beratungslehrer für Suchtprävention (BLS) verschafft sich anhand des Gespräches einen Eindruck darüber, ob es sich um eine akute Gefährdung des Schülers handelt. Der BLS nimmt Kontakt zu den Schülern auf, informiert über seine Aufgabe als Beratungslehrer für Suchtprophylaxe und über die Vertraulichkeit des Gespräches. Er nimmt Kontakt auf zum Beratungsteam der Schule, falls der Fall gravierender ist und Kooperation erfordert. Sollten schulinterne Beratungswege nicht mehr aussreichen, vermittelt der BLS einen Kontakt zur Drogenberatungsstelle (im Falle einer Suchtproblematik oder im Falle von Anzeichen, die auf eine deutliche suchtgefährdende Entwicklung hinweisen). Er informiert den Schüler über die Aufgaben und Arbeitsweisen der DROBS, um seine Berührungsängste abzubauen und begleitet ihn ggf. zur ersten Gespräch dorthin nach vorangegangener Abstimmung mit den Beratern der DROBS.

Kooperation mit Kolleg(inn)en, die in besonderer Weise suchtpräventiv arbeiten

Mit der Sozialpädagogin werden in regelmäßigen Abständen Gespräche geführt über die Neigungen in bestimmten Klassen, Suchtmittel auszuprobieren oder kennenzulernen. Ansonsten kann zu diesem Personenkreis jeder gezählt werden, der mit seiner Arbeit das Klima des Wohlbefindes unter Schülern und Lehrern am Arbeitsplatz Schule einschließlich der Kommunikation (spürbar) verbessert.

Die Gestaltung der Projektwoche „Sucht und Leben“

Die Projektwoche zum Thema „Sucht und Leben“ findet statt in der Jahrgangsstufe 7. Sie wird von dem BLS vorbereitet mit den Klassenlehrern dieses Jahrgangs, die in Abstimmung mit ihm angemessene Themen und Methoden einsetzen. Im Zentrum der Woche steht die Begegnung mit Referenten und Fachkräften außerschulischer Einrichtungen (Jugendberatungsstelle, Drogenberatungsstelle, Fachambulanz für Spielsucht, Jugendgericht, Kriminalkommissariat Vorbeugung, Psychiatrische Abteilung des St. Alexius-Krankenhauses), die suchtpräventiv oder-therapeutisch arbeiten.

Die thematischen Schwerpunkte der Projektwoche sind:

1.   „Lust auf Leben – was wir genießen“,
2. „Konsum und Sucht statt Leben“,
3. „Drogenabhängigkeit und Sucht: Ursachen, Wirkungen, Auswege“,
4.   Begegnungen mit Referenten außerschulischer Einrichtungen,
5. „Es gibt Besseres als Suchtmittel: Das Leben erleben”.