Bläserklassen

Bläserklasse an der Janusz-Korczak-GesamtschuleEin Projekt in Zusammenarbeit mit der Musikschule Neuss

Dieses Projekt wird gefördert von der
Stiftung Kulturpflege und Kulturförderung der Sparkasse Neuss

Konzept der Bläserklasse

* Schülerinnen und Schüler, die bei dem Anmeldeverfahren für das nächste Schuljahr aufgenommen werden, haben die Möglichkeit an einer Bläserklasse im fünften und sechsten Schuljahr teilzunehmen.
* In der Bläserklasse lernen die Schülerinnen und Schüler ein Blasinstrument im Musikunterricht. Im Vordergrund dabei steht das gemeinsame Musizieren in der Klasse.
* Es kann pro Jahrgang nur eine Bläserklasse von 27 bis 30 Kindern an der Janusz-Korczak-Gesamtschule gebildet werden.
* Die Bläserklasse ist ein ausgereiftes langjähriges Konzept für den Musikunterricht in der fünften und sechsten Klasse.
* Der Kostenbeitrag der Eltern für das Leihen der Instrumente und den Instrumentalunterricht in Gruppen durch Instrumentallehrer der Musikschule Neuss beträgt 37 € monatlich.
* Die Schülerinnen und Schüler der Bläserklasse haben drei Musikstunden in der Woche. In zwei Stunden musizieren sie im Klassenverband, in einer weiteren Stunde erhalten sie Instrumentalunterricht in kleinen Gruppen durch Instrumentallehrer der Musikschule Neuss.
* Die Schülerinnen und Schüler lernen zunächst alle Blasinstrumente der Bläserklasse kennen. Nach dieser Einführungsphase (2-3 Wochen) treffen die Schüler und Schülerinnen zusammen mit den beteiligten Musik- und Instrumentallehrern die Entscheidung, welches ihr zukünftiges Blasinstrument ist.
* Nach der sechsten Klasse haben die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, in einer Big-Band mitzuspielen und ihr Instrumentalkönnen in Zusammenarbeit mit der Musikschule Neuss weiter zu entwickeln
* Die Bläserklasse besteht aus Querflöten, Klarinetten, Saxophonen, Trompeten, Posaunen, Euphonien und einer Tuba.
* Nach dem allgemeinen Anmeldeverfahren können Sie Ihr Kind für die Bläserklasse anmelden.

Musik und Musizieren bereichern die Lebensqualität und die Lebensfreude unserer Kinder und fördern sie in einem nicht vermuteten Ausmaß.“1

Der amerikanische Psychologe Howard Gardner hat herausgefunden, dass Kinder, die sich mit Musik beschäftigen, ihre Umgebung leichter verstehen und sich anderen besser mitteilen können. Wer also Schülern Posaunen, Oboen oder Gitarren in die Hand gibt, der hilft ihnen, ihre Sprachlosigkeit
zu überwinden.“2

Inhaltliche Gestaltung: Doris Feldhusen

1) Hans Günter Bastian: Ergebnisse einer sechsjährigen Langzeitstudie über die Wirkung von Musik und Musizieren auf die Entwicklung 6- bis 12-Jähriger.(www.familienhandbuch.de / 11.04.07)
2) Thomas Krämer: Musik gegen Sprachlosigkeit. In: Forschung und Lehre.10/07

Im Spiel das Miteinander lernen

Bläserklasse an der Januzs-Korczak-Gesamtschule

Was ein Euphonium ist, wissen alle Kinder ganz genau und recken freudig die Finger in die Luft: „Eine Art kleine Tuba, die etwas heller klingt,“ erklärt Florian. Schon als er sich am Tag der Offenen Tür im vorigen Jahr die Janusz-Korczak-Gesamtschule mit seinen Eltern anschaute, sah er das Instrument zum ersten Mal. Mittlerweile spielen zwei seiner Klassenkameraden das voluminöse Blasinstrument. Klarinette, Posaune, Querflöte, Saxofon, Trompete und eben das Euphonium liegen vor den Kindern der fünften Klasse eingepackt auf den Schulbänken, während sie erzählen, wie das so läuft, in der ersten Bläserklasse der Gesamtschule: „Bis zu den Herbstferien konnten wir die Instrumente kennenlernen und ausprobieren. Danach haben wir aufgeschrieben, welches wir spielen wollen,“ berichtet Nils.

Große Mühe hat sich Musiklehrer Bernd Rohmann gegeben, um die Wünsche der Schüler zu erfüllen, „wenn schon nicht den Erst- dann doch wenigstens den Zweit- oder Drittwunsch, auch wenn das in manchen Fällen nur mit Losen zu entscheiden war,“ erzählt er. Überhaupt war es gar nicht so einfach, für eine ganze Schulklasse die Instrumente bereitzustellen: „Der Förderverein hat die Instrumente im Leasingverfahren gekauft, dafür bezahlen die Eltern Miete an den Verein,“ erläutert der Musiklehrer. 37 Euro zahlt jedes Kind monatlich für Miete, Versicherung des Instruments und den wöchentlichen Instrumentalunterricht, für den eigens Fachlehrer in die Schule kommen. Zweimal pro Woche üben sie dann gemeinsam unter Anleitung von Bernd Rohmann in der Aula: „Es macht riesigen Spaß, gemeinsam zu spielen“, berichtet Anna-Lena. So viel Spaß, dass sie gerne bereit ist, jeden Tag ein bisschen zu üben. Ein bisschen schwerer mit der täglichen Pflicht tut sich dagegen Nils: „Ich spiele auch Fußball und habe am Wochenende oft Spiele, da bleibt nicht immer die Zeit, zu üben,“ entschuldigt er sich. Und schließlich ist es auch gar nicht so einfach, aus den Instrumenten die richtigen Klänge zu zaubern: „Trompete spielen ist schwer, weil man da die Töne mit dem Mund macht,“ weiß Julien und Kathrin erklärt sehr genau, wie man bei der Klarinette das hölzerne Mundstück befestigt: „Wenn man es zu fest macht, kommt gar kein Ton, weil das Holz schwingen muss,“ berichtet sie. „Wenn man es falsch macht, kommt nur ein schrecklicher Quietschton,“ ergänzt Judith.

„Es ist gut, wenn die Kinder die Chance haben, zwei Jahre ein Instrument zu lernen. Der eigentliche Sinn aber geht weit über den musikalischen Bereich hinaus,“ erklärt Rohmann: „Vor allem lernen sie, aufeinander zu hören, sich zu koordinieren und eben gemeinsam zu handeln.“ Teamfähigkeit, Konzentration und Grundkenntnisse auf ihrem Instrument  können sie innerhalb von zwei Jahren buchstäblich spielerisch beim Musizieren erwerben. So lange läuft das Projekt Bläserklasse, das auch in den kommenden Jahren für die Fünftklässler angeboten wird. „Vielleicht entsteht daraus eines Tages ein Schulorchester,“ hofft der Musiklehrer. Konzentriert stehen die Kinder mittlerweile vor ihm und warten auf sein Zeichen zum gemeinsamen Spiel. Außer den zwei Schülern, die sich für das Euphonium entschieden haben: Sie sitzen auf Stühlen, weil ihr Instrument für Fünftklässler einfach recht groß und schwer ist. Auch wenn es nur eine Art kleine Tuba ist.