Pädagogischer Konsens

Präambel

Janusz Korczak – wir sind seinem Namen verpflichtet und versuchen, unser Schulleben in seinem Sinne zu gestalten.

Der jüdische Arzt und Pädagoge Janusz Korczak arbeitete in Polen unter schwierigen sozialen und politischen Bedingungen über vierzig Jahre besonders für die gesellschaftlich benachteiligten Kinder. Trotz seiner idealistischen Grundüberzeugungen hatte er einen realistischen Blick auf die Gesellschaft und die sie bestimmenden Ideologien, aber auch auf die Kinder mit ihren inneren Widersprüchen – und kämpfte für sie bis zuletzt. Sein pädagogisches Credo lässt sich am ehesten zusammenfassen in dem Satz:

„Kinder werden nicht erst zu Menschen – sie sind bereits welche.“

Wir informieren uns über Leben und Werk Janusz Korczaks und suchen die Öffentlichkeit dabei einzubeziehen. Dabei sind uns die Rechte der Kinder ein besonderes Anliegen.

Wir bemühen uns, unter Einbeziehung der Eltern ein besonderes pädagogisches Verhältnis zwischen Schülern und Lehrern zu fördern, das von Respekt und gegenseitiger Achtung geprägt ist.

Wir versuchen, auch unter erschwerten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen an der konkreten Utopie einer humanen Gesellschaft festzuhalten.

1. Wir gestalten unsere Schule so, dass sich Schüler, Eltern und Lehrer wohl fühlen und mit ihr identifizieren können.

2. Die Schule leitet an zu Konfliktfähigkeit, Gewaltfreiheit, sozialem Engagement und demokratischem Handeln und Bewusstsein. Wir setzen das um im Klassenrat, mit den Streitschlichtern, mit der SV, im Projekt „soziale Verantwortung“, dem Klassengericht und dem Verfahren „No Blame Approach“. Die Janusz-Korczak-Gesamtschule ist mit dem Fairness-Siegel ausgezeichnet.

3. Unsere Schule soll ein Ort für viele Nationalitäten und Kulturen sein. Die Schülerinnen und Schüler unserer Schule stammen aus vielen Nationen. Wir pflegen eine Schulpartnerschaft mit Châlons/Frankreich.

4. Wir fördern die Zusammenarbeit aller am Schulleben Beteiligten, z. B. in den Gremien, durch Jahrgangsstufenteams, durch SchülerEltern-Lehrerseminare, dem Ganztagsverein, dem Ganztagsteam, den Arbeitskreisen, dem Beratungsteam und durch gemeinsames Feiern.

5. Eltern übernehmen Verantwortung und gestalten unser Schulleben in vielen Bereichen aktiv mit, z.B. in den Gremien, im Ganztagsverein, in der Cafeteria, im Selbstlernzentrum, bei Schulbuchbestellungen, im Ruheraum, in Arbeitsgemeinschaften und in Offenen Angeboten.

6. Wir stärken das Selbstbewusstsein unserer Mädchen und Jungen, auch durch besondere Förderung. Dies setzen wir z. B. im Projekt JungenMädchen für die Jahrgangsstufe 6, oder auch in speziellen Arbeitsgemeinschaften für Mädchen und Jungen um.

7. Wir versuchen allen Schülern gerecht zu werden, indem wir ihre Stärken fördern und ihre Defizite ausgleichen, z. B. durch Binnen- und Fachleistungsdifferenzierung, durch Förderkurse, Intensivkurse, Brückenkurse, Vertiefungskurse, den Lernstudios und Ergänzungsstunden, sowie durch Arbeitsgemeinschaften und freie Arbeitsformen.

8. Wir entwickeln die Medienkompetenz unserer Schülerschaft, z.B. durch eine Schülerzeitung, Internet- AG, Computerkurse, einen Arbeitskreis „Fit for Life“, der Integration neuer Medien in den Unterricht und die Bausteine „Gefahren neuer Medien“ in den Themenwochen der Jgst. 6 und 7.

9. Wir erziehen die Schülerinnen und Schüler zu einem verantwortlichen Umgang mit sich selbst. Dies tun wir durch viele sportliche Aktivitäten, durch Angebote zur sinnvollen Freizeitgestaltung, durch Suchtprophylaxe und Tage der Begegnung, Besinnung und Orientierung, sowie durch Unterrichtsgänge, Klassen- u. Studienfahrten.

10. Wir erziehen unsere Schüler zu verantwortlichen Umgang mit der Umwelt, z.B. beim Energie sparen, beim Müll vermeiden und Müll trennen.

11. Wir fördern an unserer Schule kulturelle Aktivitäten, z.B. durch Theaterbesuche, Theater-, und Musicalaufführungen, Kunstworkshops, Musikabende, Lesungen, dem Chor, der Brauchtumspflege und dem Philosophischen Café.

12. Beratung ist wichtiger Bestandteil der Arbeit an unserer Schule. Klassenlehrer, Jahrgangsstufenleiter, Beratungslehrer, Sozialpädagogin und andere beraten bei Schullaufbahnen, Berufswahl und Konflikten.

13. Wir bereiten unsere Schüler durch den Unterricht und besondere Aktivitäten bestmöglich auf das Studium und Berufsleben vor, z.B. durch Berufspraktika in den Jahrgangsstufen 9 und 10, ein Berufsorientierungsseminar in der Jgst. 12, ein einwöchiges Projekt in Jg. 9, Berufsberatung in der Schule, Zusammenarbeit mit Berufsschulen, Firmen, der IHK und Berufsverbänden, Besuche bei Fachhochschulen und Universitäten. Wir sind eine zertifizierte berufswahl- und ausbildungsfreundliche Schule. 7 führen alle Schülerinnen und Schüler einen Berufswahlpass zur Dokumentation.

14. Unsere Schule öffnet sich und arbeitet mit vielen außerschulischen Einrichtungen zusammen, z.B. mit dem Schulpsychologischen Dienst, mit Beratungsstellen, Jugendtreffs, Museen, mit der Stadtbibliothek, mit dem Jugend- und Kulturamt.

15. Wir sammeln systematisch, analysieren und bewerten Informationen über unsere schulische Arbeit (Evaluation), z.B. befragen wir Schüler und Eltern nach der Unterrichtsqualität, nach der Zufriedenheit mit der Kommunikation mit Lehrer. Wir werten die Lernstandserhebungen, die zentralen Prüfungen 10 und unsere Ergebnisse im Zentralabitur in allen Gremien der Schule aus. Dort werden dann die notwendigen Konsequenzen beschlossen.