Studienfahrt nach Auschwitz – Erinnern für die Zukunft

von Mustafa Görkem

Vom 9. bis 13. Februar 2026 unternahmen 20 Schülerinnen und Schüler der Janusz-Korczak-Gesamtschule eine Studienfahrt nach Polen. Unter der Leitung von Frau Le und Frau Fellmann stand die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und dem Holocaust im Mittelpunkt. Ziel der Fahrt war es, historische Kenntnisse zu vertiefen und die Bedeutung von Erinnerungskultur für die Gegenwart zu reflektieren.

Der Montag begann mit der gemeinsamen Anreise. Aufgrund unvorhergesehener Umstände musste die Route kurzfristig angepasst werden, sodass die Gruppe ungeplant einen Zwischenstopp in Krakau einlegte. Trotz der organisatorischen Herausforderung meisterten alle Beteiligten die Situation flexibel und verantwortungsvoll.

Spurensuche im jüdischen Viertel von Krakau

Am Dienstag führte eine Stadtführung durch das jüdische Viertel von Krakau. Dabei erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die jahrhundertealte jüdische Geschichte der Stadt sowie in das Leben vor und während der deutschen Besatzung. Am Nachmittag erfolgte der Transfer nach Oświęcim, wo die Gruppe ihr Hotel bezog.

Der Mittwoch stand im Zeichen der weiteren historischen Annäherung: Bei einer Stadtführung in Oświęcim und der Besichtigung einer Synagoge wurde deutlich, dass der Ort vor dem Zweiten Weltkrieg ein lebendiges Zentrum jüdischen Lebens war. In einem anschließenden Workshop bereiteten sich die Teilnehmenden intensiv auf den Besuch der Mahn- und Gedenkstätte Auschwitz und Auschwitz-Birkenau vor. Dabei wurden historische Hintergründe vertieft und Erwartungen sowie Fragen gemeinsam besprochen.

Der Besuch der Gedenkstätte am Donnerstag bildete den zentralen und emotional eindrücklichsten Bestandteil der Studienfahrt. In einer etwa sechsstündigen Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler einen umfassenden Einblick in die Geschichte des Konzentrations- und Vernichtungslagers. Die Begegnung mit dem historischen Ort, den erhaltenen Gebäuden und Ausstellungen hinterließ bei vielen einen bleibenden und bewegenden Eindruck und regte zum Nachdenken über Verantwortung, Menschenrechte und Zivilcourage an. So auch bei Frau Fellmann: „Die Fahrt nach Auschwitz war eine absolut bereichernde Erfahrung. Man hat sich ja schon viel mit der Zeit beschäftigt, aber die Orte zu sehen, führt noch einmal dazu, das Ausmaß des Schreckens ganz anders begreifen zu können.“

Am Freitag trat die Gruppe die Rückreise an. Neben den vielen historischen Eindrücken bleibt vor allem die gemeinsame Erfahrung, sich aktiv mit einem zentralen und dunklen Kapitel deutscher Geschichte auseinandergesetzt zu haben.

„Jeder sollte einmal in seinem Leben nach Auschwitz fahren – gerade in der heutigen Zeit“

Die Studienfahrt nach Auschwitz ist seit Jahren ein wichtiger Bestandteil der schulischen Erinnerungsarbeit unserer Schule, auch und vor allem mit Blick auf Janusz Korczak, der einst von den Nazis nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurde. Sie leistet einen bedeutenden Beitrag dazu, Geschichte nicht nur aus dem Lehrbuch zu lernen, sondern sie am historischen Ort zu begreifen – als Auftrag für Gegenwart und Zukunft.

„Die Fahrt war wirklich eindrucksvoll! Ich finde, jeder sollte einmal in seinem Leben nach Auschwitz-Birkenau fahren. Gerade in der heutigen Zeit, in der so viele unsere Geschichte nicht mehr ernst nehmen, ist ein Ausflug sehr wichtig“, betonte einer der teilnehmenden Schüler beim Abschlusstreffen Anfang März, als die Studienfahrt nochmal gemeinsam reflektiert wurde.